Neue Meningitis-Fälle in Deutschland

Zwei neue Hirnhauterkrankungen in Bayern und Schleswig-Holstein. Münchner Gesundheitsministerium warnt vor Panikmache. Auch in den USA Erkrankungen.

München/Arnstein (dpa/lby) - Nach den Meningitis-Fällen der vergangenen Wochen ist nun ein weiterer Fall in Unterfranken aufgetreten. In einem Arnsberger Kindergarten war am Montag der neue Fall bekanntgeworden. Ein fünfjähriges Kind sei nach einer Behandlung in der Würzburger Kinderklinik wieder wohlauf, teilte der Leiter des Gesundheitsamtes in Karlstadt mit. Dennoch wurde vorsorglich der städtische Kindergarten für die nächsten Tage geschlossen. Die Untersuchungen der anderen Kinder ergaben keine Meningitis-Erkrankungen.

Zugleich warnt das bayrische Gesundheitsministreium vor Panik. Das regelmäßige Auftreten von Hirnhautentzündungen vor allem im Frühjahr sei durchaus normal. Im vergangenen Jahr seien bundesweit 808 Meningitis-Fälle registriert worden. Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung seien Meningitis-Keimträger, ohne daß diese Krankheit zum Ausbruch komme. Unterdessen betonte ein Sprecher der Behörde noch einmal, daß es keinen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Einzelfällen in Nieder-und Oberbayern sowie Unterfranken gebe.

Inzwischen hat sich der Meningitis-Verdacht in Schleswig-Holstein bestätigt. Das betroffene Mädchen befinde sich aber auf dem Wege der Besserung, teilte das behandelnde Krankenhaus mit. Andere Erkrankungen seien bislang nicht bekannt geworden.

Info-Telefon zu Meningitis eingerichtet
Unter zwei Rufnummern geben Ärzte in Bayern Antworten auf Fragen über eine mögliche Impfung, die Gefährdung einer Ansteckung oder beraten in persönlichen Fällen. In Südbayern gilt die Rufnummer 089-31 59 72 39, in Nordbayern 09131-76 42 00. Die Info-Stellen sind täglich von 09.00 Uhr bis 17.00 Uhr besetzt.

Meningitis-Fälle auch in den USA
Aber auch in den Vereinigten Staaten müssen sich die Behörden mit diesem Problem auseinandersetzen. In dem US-Bundesstaat Rhode Island sind wegen einer ungewöhnlichen Häufung von Meningitis-Fällen umfangreiche Impfaktionen eingeleitet worden. Insgesamt seien in Rhode Island in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich viele solcher Erkrankungen aufgetreten. Seitdem sind 14 Menschen an der Kranheit gestorben. Über mögliche Ursachen der Krankheit tappen die Behörden noch im dunkeln.

Fragen:

1. Wann treten die Meningitiserkrankungen gewöhnlich auf?

2. Lebt das fünfjährige Kind in Arnsberg noch?

3. Wieviel Prozent der Bevölkerung sind Keimträger?

4. Wo kann man in Deutschland weitere Informationen erhalten?

5. Wissen die Behörden, was die Ursachen der Krankheit sind?